Der aktuelle Hardware Markt
4. November 2026 | Hardware | Marktanalyse
Grafikkarten: Die Preise steigen deutlich
Wer derzeit eine neue Grafikkarte kaufen möchte, erlebt eine unangenehme Überraschung. Die Preise vieler Modelle sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen.
Eine aktuelle Auswertung von Configury zeigt, dass Grafikkarten zwischen dem 4. August und dem 4. November 2026 im untersuchten Sortiment durchschnittlich um 29,6 Prozent teurer geworden sind.
Besonders anspruchsvoll wird es für Käufer im High-End-Segment. Leistungsstarke Modelle kosten teilweise deutlich mehr als ihre ursprüngliche Preispositionierung vermuten lässt.
RAM-Krise: Arbeitsspeicher wird zum Luxusprodukt
Noch problematischer entwickelt sich der Markt für Arbeitsspeicher. DDR5-RAM ist mittlerweile eine der größten Kostenfallen beim Zusammenstellen eines neuen Gaming-PCs.
Laut dem Preisindex von 3DCenter erreichte DDR5 im Oktober 2026 rund 559 Prozent des Preisniveaus von Juli 2025. Das entspricht ungefähr dem 5,6-Fachen des damaligen Ausgangswertes.
Auch DDR4 bleibt nicht verschont. Selbst ältere Speichergenerationen werden zunehmend teurer.
Für PC-Spieler bedeutet das: Selbst ein vergleichsweise günstiger Gaming-PC kann durch die hohen Speicherpreise erheblich teurer werden.
KI-Boom verschärft die Situation
Ein wesentlicher Grund für die angespannte Marktlage ist die enorme Nachfrage nach Speicherchips durch KI-Rechenzentren.
Große Technologieunternehmen investieren weltweit Milliarden in neue Rechenzentren und leistungsfähige KI-Systeme. Dafür werden enorme Mengen an DRAM- und NAND-Speicher benötigt.
Die Hersteller müssen ihre Produktionskapazitäten entsprechend verteilen. Der klassische PC-Markt steht dadurch unter zusätzlichem Preisdruck.
Auch SSDs sind betroffen: Im untersuchten Configury-Preisindex stiegen die Preise zwischen August und November um sieben Prozent.
Prozessoren bleiben vergleichsweise stabil
Nicht jede Hardwarekomponente ist gleichermaßen betroffen. Besonders interessant ist die Entwicklung bei Prozessoren.
Während Grafikkarten und Arbeitsspeicher deutlich teurer werden, blieben die CPU-Preise im untersuchten Configury-Index nahezu unverändert.
Auch Mainboards verteuerten sich mit 1,8 Prozent vergleichsweise moderat.
Damit gibt es zumindest bei einigen Komponenten weiterhin Möglichkeiten, einen PC ohne unnötige Mehrkosten zusammenzustellen.
Lohnt sich ein neuer Gaming-PC im November 2026?
Für viele PC-Spieler stellt sich inzwischen die Frage, ob sie ihren geplanten Kauf verschieben sollten.
Die aktuelle Marktlage spricht zumindest gegen einen unüberlegten Kauf. Besonders wer einen leistungsstarken Gaming-PC mit viel DDR5-RAM und einer High-End-Grafikkarte zusammenstellen möchte, muss derzeit mit erheblichen Mehrkosten rechnen.
Allerdings ist auch Abwarten nicht ohne Risiko. Eine schnelle Rückkehr zu den früheren Preisen ist keineswegs garantiert.
Wer dringend einen neuen Rechner benötigt, sollte deshalb verschiedene Händler vergleichen und gezielt nach Angeboten suchen. Besitzer eines noch leistungsfähigen PCs können dagegen überlegen, ihren Neukauf zunächst zu verschieben.
Fazit: 2026 wird zum schwierigen Jahr für PC-Spieler
Der Hardwaremarkt befindet sich im November 2026 in einer angespannten Situation. Vor allem die Preise für Grafikkarten und Arbeitsspeicher machen den Bau eines neuen Gaming-PCs deutlich teurer.
Während CPUs und Mainboards vergleichsweise stabil bleiben, belastet die Speicherkrise den gesamten Markt.
Unsere Einschätzung: Wer nicht dringend einen neuen PC benötigt, sollte aktuell vorsichtig mit größeren Investitionen sein. Wer jetzt kaufen muss, sollte besonders auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten und überteuerte Einzelkomponenten vermeiden.
Ob sich die Lage 2027 wieder entspannt, bleibt abzuwarten. Für PC-Spieler dürfte der Blick auf die kommenden Monate deshalb besonders spannend werden.
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